Konversionsfläche Flugplatz Bitburg: PFAS-Belastung
Koordinaten für Google Maps / Earth: 49.945, 6.565 (Strg-C) Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Bitburg siehe auch: Objektdatenblätter PFAS – Allgemeine Hinweise |

Update: PFAS-Beprobungen im Sommer 2024
Chronologie
- in Betrieb als US Air Base Bitburg von 1952 bis 1994
- 2016: Die SGD Nord präsentiert Untersuchungsergebnisse zu Quellen der PFAS-Belastung
- 2019: Planung von Zwischenlager für PFAS-belastete Erde
- 2020: Zwischenlagerung von PFAS-belastetem Boden
- 2020: Planungen des US-Militärs zum Rückkauf einer Teilfläche von 23 ha
Neben den Verdachtsflächen auf dem Flugplatzgelände selbst hat die SGD Nord zunächst kleine Fließgewässer rund um den Flugplatz untersucht, um Informationen darüber zu erlangen, wohin sich das Umweltgift ausbreitet.
In der Kyll unterhalb von Hüttingen wurden stark erhöhte Werte gemessen.
Quelle: Trierer Volksfreund 12.6.2016
PFOS-Belastungen an einer Messstelle
1994 wurde der Flugplatz von dem US-Militär zurück gegeben. Er hat eine Gesamtfläche von 497 ha, umfasst neben dem Flug- und Kasernenbereich auch eine Housing. Die Konversion verlief zunächst positiv dank eines engagierten Mitarbeiters der Bundesvermögensverwaltung, der vor Ort wohnte (Nobert Kraff aus Hetzerath). Viel zu lange träumten die Lokalpolitiker (einschließlich damaliger MdB, SPD Dr. L. Leonhard) aber von einem „International Air-Port Bitburg), was vernünftige Planungen verhinderte. Auch gab es einen Betrüger (Frank Lamparski) als angeblichen Investor, der eigentlich leicht zu enttarnen war, dem aber der Kreistag das Vertrauen aussprach. Seit 2014 ist die gravierende PFAS-Belastung für die Umgebung öffentlich bekannt. Seit einigen Jahren wird deshalb der südlich gelegene neue Sülmer Brunnen nicht mehr genutzt. Seit 2012 gibt es eine Verzehrwarnung für die meisten Fische aus dem nahe gelegenen Fluss Kyll (z.B. nur eine Portion Fisch pro Monat von der Forelle für Erwachsene). Gegen unseren Protest wurde diese zwischenzeitlich zurück gezogen – aus unserer Sicht eine Fehlinformation.
Die größere Teilfläche des ehemals US-genutzten NATO-Flugplatzes Bitburg mit rund 307 ha wurde 1994 aus der militärischen Nutzung entlassen und wird vom Zweckverband „Flugplatz Bitburg“ als Konversionsgelände entwickelt. Der Zweckverband (Ortsgemeinden Röhl und Scharfbillig, Stadt Bitburg, Verbandsgemeinde Bitburger-Land, Eifelkreis Bitburg-Prüm) plant und baut die Infrastruktur und siedelt Unternehmen an. Modellcharakter soll der 1995 zwischen dem Bund, dem Land Rheinland-Pfalz und dem Zweckverband „Flugplatz Bitburg“ abgeschlossene städtebauliche Vertrag als „Bitburger Modell“ haben.
Ein ähnliches Modell gibt es deutschlandweit nur im Landkreis Viersen (Javelin-Barraks in NRW). Auch in NRW gibt es ähnlich wie in Bitburg das Problem, dass Politiker und Verwaltung – insbesondere die BImA das Schadstoffproblem kleinreden, um Grundstücke an Investoren verkaufen zu können (und das dann auch noch möglichst teuer). Mit Abschluss entsprechenden Nachträge in den Jahren 2004 und 2010 haben die Vertragsbeteiligten insbesondere die Finanzierung der Erschließungskosten und ein kooperatives Vorgehen der am Konversionsprozess beteiligten Dienststellen vereinbart. (ATS)
