(Wirtschafts-)Krieg um Ressourcenausbeutung
Der nachfolgende Beitrag wurde verfasst für die Zeitung gegen den Krieg, Ausgabe Nr. 61 – Frühjahr 2026 – von Karl-Heinz Peil
Die US-Politik wird von mehreren geopolitischen Zielen getrieben. Ein wesentlicher Teil davon ist die Ausbeutung strategisch wichtiger natürlicher Ressourcen. Dies war auch Thema des jüngsten Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Dabei ging es nicht nur um die aggressiven Landnahmepläne von Donald Trump. Von größerer Bedeutung waren jedoch die Rede des chinesischen Vizepremiers He Lifeng und seine ausführlichen Gespräche mit internationalen Wirtschaftsvertretern. Angesichts zunehmender Ressourcenkonflikte betonte er die Prinzipien eines fairen und freien internationalen Handels.
Dem gegenüber steht zunehmend eine von militärischen Ambitionen getriebene Strategie der „westlichen Wertegemeinschaft“, die darauf abzielt, bei vermeintlichen „Schlüsseltechnologien“ Spitzenreiter zu werden, erweist sich aufgrund bestehender Abhängigkeiten von Ressourcen wie z.B. aktuell bei den Seltenen Erden als unsinnig. Da diese auch bei hauptsächlich ziviler Nutzung als „Dual Use“ militärisch relevant sind, führt dies zu einer Abschottung der anwendungsorientierten Forschung und behindert somit Innovationen auf kooperativer Basis. Insbesondere die deutsche Wirtschaftspolitik wird gemäß der seit Jahren vorhandenen Strategiepapiere von diesem Ziel angetrieben. Dies nimmt zunehmend absurde Züge an, wie die derzeit in offene Konkurrenz umschlagende „Rüstungskooperation“ zwischen Deutschland und Frankreich bei dem Kampfjet-Großprojekt FCAS zeigt, bei dem es vor allem um deutsche Bestrebungen nach Technologieführung geht.
Wahre Schlüsseltechnologien sind jedoch solche, die zu Ressourceneffizienz statt -plünderung führen. Dies ist insbesondere bei der Digitalisierung zwingend notwendig, da ansonsten militärisch definierte Technologieführung wesentlich zu einer sich abzeichnenden globalen Ökokatastrophe führen wird. Anstatt anhaltende ideologische Blockaden gegenüber China als „systemischen Rivalen“ aufrechtzuerhalten, muss dessen mittlerweile vorhandene wissenschaftlich-technologische Führungsrolle anerkannt werden.
In Zeiten der sich entwickelnden Multipolarität stehen die Chancen für eine Rückbesinnung auf globale Kooperation (Multilateralismus) deshalb nicht schlecht. Vorerst gilt es jedoch, den militärisch geprägten globalen Konfrontationskurs zu beenden und Freiräume für wissenschaftliche Zusammenarbeit zu schaffen, was letztlich auch für das Überleben der Menschheit notwendig ist.
Siehe auch:
„Geoökonomische Konfrontation“ und Ressourcenkonflikte
von Karl-Heinz Peil Der Beitrag erschien am 5.2.26 im Overton-Magazin Die jährlich anlässlich des World Economic Forums (WEF) in Davos erscheinenden Global Risk Reports geben interessante Einblicke in sich verändernde Sichtweisen zu geopolitisch relevanten Themen. Für den aktuellen Zeitraum von…
